Fitness – Für einen gesunden Körper



Peinlich, peinlich

Letzte Woche war ich mit einem Laufanfänger auf meiner Lieblingstrecke unterwegs, um ihn in die Hohe Kunst des Joggens einzuführen. Ich muss dazu sagen, dass es ein wirklich richtig guter Freund war, denn eigentlich fühle ich mich nicht dazu berufen als Trainer zu agieren, weil mir dazu einfach die Geduld fehlt. Wenn ich laufe, dann muss ich mich auspowern und möchte nicht Couch-Kartoffeln beim Schwitzen zusehen. Wir fingen ganz langsam an, damit mein Freund auch bis zum Ende der Strecke durchhält. Diese Maßnahme hatte ich aus rein praktischer Erwägung getroffen, denn wenn man um einen See läuft und zum Auto zurück muss, dann helfen keine Abkürzungen. Meine normale Laufgeschwindigkeit sind etwa 12 km/h was bei einem Marathon einer Ankunftszeit von 3,5 Stunden entspricht, also eine sehr durchschnittliche bis langsame Laufgeschwindigkeit für eine Strecke von 5 Kilometern. Man könnte auch sagen, es ist eine Aufwärmgeschwindigkeit. Für meinen Kumpel habe ich das Tempo auf 7 km/h reduziert, womit er zu Beginn auch sehr gut zurecht kam. Wir plauderten und liefen und plauderten und liefen. Nach einiger Zeit stellte ich fest, dass mein Freund zunehmend wortkarger wurde und das Reden mir überließ. Nun gut, wir Frauen sind ja dafür bekannt, dass uns das Reden nicht schwer fällt, also schwätze ich fröhlich weiter, ohne mir Gedanken über den Zustand meines Freundes zu machen, denn schließlich fühlte ich mich selber wie ein Formel 1-Wagen in der 30er-Zone. Mir ging mit der Zeit das Gefühl für die gelaufene Geschwindigkeit abhanden, denn wenn man sonst immer schneller läuft, fehlt einem das Gefühl für die langsamen Geschwindigkeiten. Ich passte mich also der Geschwindigkeit meiner Freundes an und freute mich an der frischen Luft. Von Zeit zu Zeit wurden wir von schnelleren Läufern überholt, aber da auf dieser Strecke auch Profis trainieren, ließ ich mich davon nicht irritieren, schließlich lief ich ja sonst auch schneller und es ist ja auch nichts ehrenrühriges, mal überholt zu werden. So jedenfalls dachte ich bis zu einem ganz bestimmten Punkt unseres Laufes. Ich hörte von hinten gleichmäßige Schritte, die immer näher kamen. Da wir, oder besser gesagt ich immer noch im Gespräch waren, machte ich mir auch nicht die Mühe mich umzudrehen. Die Schritte kamen näher und nähern, ganz langsam aber stetig. Genau an einer Stelle, an der es etwas enger wurde, weil der See eine Kurve machte und der Uferweg sich zu einem schmalen Trampelpfad verengte, war es so weit. Wir wurden überholt, und zwar von einer Gruppe Nordic Walker. In diesem Augenblick habe ich mir geschworen, dass meine Freundschaft nie wieder so weit gehen würde, dass ich mich von einem Krampfaderngeschwader überholen lasse.

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Kommentare

  1. * Sven says:

    Naja,

    wenn jemand mit dem Joggen anfängt, dann ist es halt so, dass die Geschwindigkeit am Anfang nicht all zu hoch ist. Ich bin am Anfang auch langsamer Gewesen als mansch ein Spaziergänger, davon habe ich mich aber nicht demotivieren lassen und inzwischen laufe ich auch bei Volksläufen mit. Und ich steigere mich natürlich von Monat zu Monat, so wie es sich gehört, langsam aber stetig. Und inzwischen schon über drei Jahre 😉 Also, anstatt zu denken das es peinlich ist, motiviere deinen Freund lieber weiter zu machen, dann klappt das auch bald mit der Geschwindigkeit 😉

    viele grüße aus Berlin
    sven

    | Antwort Verfasst 8 years, 9 months ago
  2. * stefanielumper says:

    Danke Dir…liebe Grüße zurück!

    | Antwort Verfasst 8 years, 9 months ago


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