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Geschlechtstests bei Olympia wegen Hermaphroditen

Niemand denkt im Alltag darüber nach und die meisten wissen es überhaupt nicht. Ein geringer Anteil der Menschen werden als sogenannte Hermaphroditen geboren, dass heisst sie haben kein eindeutiges Geschlechtsmerkmal oder aber die äußeren Geschlechtsmerkmale stimmen mit den genetischen Merkmalen nicht überein.

Bislang gab es bei den Olympischen Spielen keine einwandfreien Testverfahren, um das Geschlecht eines Sportlers zu bestimmen. Es galt als oberflächlich. Ein verbessertes Verfahren untersucht jetzt zusätzliche Gene und Hormonprofile – auch in Peking.

Erstmals seit 1996 wird es bei den Olympischen Spielen wieder Geschlechtstests für teilnehmende Athleten geben. Bis zu den Spielen in Atlanta waren Massentests üblich, die Ergebnisse erwiesen sich als uneindeutig.

Acht Athletinnen konnten 1996 zunächst nicht einwandfrei dem weiblichen Geschlecht zugeordnet werden und sollten disqualifiziert werden, alle bekamen aber nach ihrem Einspruch recht.

Sieben von ihnen waren, wie sich herausstellte, als Hermaphrodit auf die Welt gekommen. Genetiker kritisierten die damals übliche „gender verification“ als oberflächlich, weil ausschließlich die Chromosomen ermittelt wurden. Als kritikwürdig wurde zudem die öffentliche Bloßstellung zweigeschlechtlicher Sportler empfunden.

Nun werden bei den neuen Tests auch Gene und Hormonprofile untersucht. Zu den Tests werden ausschließlich Teilnehmer gebeten, bei denen „ernsthafte Zweifel“ an ihrem angegebenen Geschlecht aufgekommen seien, sagt der zuständige Laborchef Tian Qinjie, laut China Nachrichten.

So werde sowohl die Fairness der Wettkämpfe geschützt als auch das Recht der betroffenen Sportler. Zuletzt war der indischen 800-Meter-Läuferin Santhi Soundarajan bei den Asien-Spielen 2006 nach einem Geschlechtstest die Silbermedaille aberkannt worden.

Welche Folgen diese öffentlichen Debatten haben können, zeigt der Fall der deutschen Tennisspielerin Sarah Gronert. Nach monatelangen Gerüchten, sie sei ein Mann, hatte sich die Westfalenmeisterin, vor 22 Jahren mit männlicher und weiblicher Geschlechtsausprägung geboren, im Juli am Universitätsklinikum Aachen untersuchen lassen. Dort wurde festgestellt, dass sie weiblichen Geschlechts ist.

Nun darf Gronert zwar weiter an Turnieren der Frauen-Tennisorganisation WTA teilnehmen, doch die Profispielerin hat sich aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. In einer Presseerklärung beklagt sie einen „Rufmord“.

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Kommentare

  1. Vielleicht werden die Wettbewerbe ja künftig unterteilt in Frauen, Männer und Hermaphroditen.
    So fände das „dritte Geschlecht“ die nötige Anerkennung und die Wettbewerbe wären wenigstens an dieser Stelle zur Abwechslung einmal ein wenig fair.

    | Antwort Verfasst 9 years ago
  2. * Heidilein says:

    Ich weiss nicht, inwieweit man da von Gerechtigkeit sprechen kann, bzw. wie realistisch Dein Vorschlag ist. Es gibt nunmal sehr wenige Hermaphroditen. Für diese eine eigene Olympia durchzuführen halte ich für übertrieben!

    | Antwort Verfasst 9 years ago
  3. Für Männer oder Frauen gibt es auch keine Olympischen Extraspiele. Aber als dritte Gruppe: Warum nicht? Dann laufen um 15 Uhr die Damen, um 16 Uhr die Herren und um 17 Uhr die Hermaphroditen. Und wenn ich zu sagen hätte, liefen danach um 18 Uhr gleich die Menschen mit Behinderung, denn ich fände es ohnehin besser, wenn die nicht mehr in die Paralympics ausgegrenzt würden, sondern alles auf einen Abwasch stattfände.

    Wem die Idee nicht gefällt, der kann beruhigt sein: Ich darf das ja sowieso nicht entscheiden, weil ich nicht der Herr Olympia bin.

    | Antwort Verfasst 8 years, 11 months ago
    • * Dorit says:

      Klasse Idee – vielen Dank!

      Ich bin auch der Meinung, dass wir „eine Menschheit“ sind und uns nicht nach Belieben und Bequemlichkeit wirklich voneinander „absondern“ können – das ist Selbstbetrug, den wir im Kleinen wie im Großen in der einen Richtung wie auch völlig konträr oder auch verdreht und verbogen als Menschen leider immer wieder üben – und ein großes Schauspiel mit absolut keinerlei echtem „Erfolg“ – irgendwann muss jeder es verstehen, wenn auch nicht unbedingt akzeptieren, dass wir alle nur Menschen sind und auch alle gleichermaßen sterblich und „kaputtbar“. – Wer das schon früh weiß, weiß auch das hiesige Leben besser zu nutzen – oder überhaupt??

      SCHALOM & liebe Grüße!

      Dorit

      | Antwort Verfasst 7 years, 4 months ago
  4. * Geistmaria says:

    Ich wusste gar nicht das Geschlechtsteste bei der Olympia stattfinden, Hermaphroditen sollen ein so ernstes Problem sein? Ich dachte die Anzahl dieser Menschen ist nciht so gross..

    | Antwort Verfasst 8 years, 11 months ago
  5. bevor ich zum Thema eine Meinung äußere, hätte ich gerne die Information wieviel Prozent der Gesamtbevölkerung echte Hermaphroditen sind. Gibt es hierzu belastbare Untersuchungen. Für Antworten ggf. mit Quellenangabe bin ich dankbar.

    | Antwort Verfasst 8 years, 7 months ago
  6. * wgbbg says:

    ich finde die Überprüfung der Fairness wegen schon richtig. Schlimmer ist das systematische Doping durch alle Sportarten. Schumacher wurde als Nestbeschmutzer wie Snowden gemieden und verunglimpft

    | Antwort Verfasst 3 years, 8 months ago


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