Fitness – Für einen gesunden Körper



Training mit Psychotricks

Der einfache Appell an die Ehre eines Sportlers scheint heute bei unseren übersättigten Jungmillionären nicht mehr auszureichen. Während früher schon alleine das Singen der Nationalhymne vor einem Länderspiel die letzten Reserven mobilisiert hat, benötigen die Profis unserer Zeit schon einen Mentaltrainer, eine Ruheraum mit Buddhas und ein ausgetüffeltes System von Motivationshilfen, um freiwillig gegen den Ball zu treten.

Natürlich liegt das nicht daran, dass unsere Jüngelchen von heute den Hintern nicht mehr hoch kriegen, sondern daran, dass sie sich ständig an ihrer absoluten Leistungsgrenze bewegen. Die neuen Diagnose- und Trainingsmethoden haben dies erst möglich gemacht und fordern somit jetzt auch auf allen anderen Gebieten eine Anpassung an die neuen Gegebenheiten.

Was man bisher nur vermuten konnte, ist heute bestätigt: Welche Leistung ein Sportler abzurufen vermag, das liegt an seiner Motivation – und zwar nicht nur an seiner augenblicklichen, sondern vor allen an seiner allgemeinen Motivation. Und für jeden sind andere Dinge motivieren, was die Aufgabe für den Menatltrainer komplizierter macht.

Familie, Status, Macht, Neugier, Rache, körperliche Aktivität, Essen, Ehre – das sind 8 von 16 fundamentalen Bedürfnissen, die der Psychologe Prof. Steven Reiss von der Ohio State University in den USA empirisch ermittelt hat. Seine Vermutung: Bei einigen Probanden sind sie nicht deckungsgleich mit dem, was sie selbst zu wollen glauben.

Reiss erkannte dieses Problem und machte es zum Gegenstand seiner Forschung, Wollen und Handeln des Einzelnen zu harmonisieren. Dazu entwickelte er Fragebögen, mit denen sich die zentralen Lebensmotive ermitteln lassen. Probanden müssen 128 Aussagen wie „Prestige ist sehr wichtig für mich“, „Ich habe viele Sexphantasien“ oder „Ich mag das Gefühl, dass meine Familie mich braucht“ auf einer Skala von minus drei („völlig falsch“) bis plus drei („stimmt völlig“) bewerten. Die Ergebnisse ergeben ein Persönlichkeitsdiagramm, das sogenannte Reiss-Profil.

Und doch scheinen Teile der Fußballwelt die Sportpsychologie zu fürchten als sei sie Teufelswerk. An Peter Boltersdorf, einem Pionier der Reiss-Methode im deutschsprachigen Raum, machen sich die Ressentiments fest. Als er den Schalker Ex-Trainer Mirko Slomka beriet, nannte die „Bild“-Zeitung ihn den „geheimnisvollen Psycho-Flüsterer“. Er habe Slomka in die Personalpolitik hineingeredet und sei mitverantwortlich für die verpasste Meisterschaft 2007. Die Möglichkeit, dass der Verein ohne Boltersdorfs Beratung schlechter abgeschnitten hätte, kam niemandem in den Sinn.

Es sind nun starke Charaktere gefragt, die sich wie ein Jürgen Klinsmann nicht von der alten Garde davon abhalten lassen, neuste Erkenntnisse ins Training einfliessen zu lassen.

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Kommentare

  1. * Patricki says:

    Ich finde das eine sehr gute Methode die Sportler testen zu lassen, damit koennen se vielleicht auch ihre Leistungen bessern. Gruss

    | Antwort Verfasst 9 years, 3 months ago
  2. * Geistmaria says:

    Super Beitrag! Ich finde es eine tolle Sache! eure Seite gefaellt mir sehr:)

    | Antwort Verfasst 9 years, 2 months ago


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