Fitness – Für einen gesunden Körper



Drama bei Zugspitzenlauf

Bisher war für mich der Berlin-Marathon meine größte Herausforderung gewesen, die ich zwei Mal in etwa drei Stunden gemeistert hatte, doch diesmal wollte ich etwas anderes probieren – gemeinsam mit etwa 600 anderen Läufern wollte ich den Aufstieg zur Zugspitze wagen. Das Rennen war ja nicht das erste seiner Art, bereits im letzten Jahr musste die Veranstaltung wegen widriger Wetterbedingungen abgesagt werden und so entschloss ich mich den Hinweisen des Veranstalters Folge zu leisten und wetterfeste Kleidung mitzunehmen. Mir ging es ja im Gegensatz zu den meisten anderen nicht darum, als erster ins Ziel zu kommen, sondern ich wollte Erfahrung sammeln.

Der Lauf startete normal, doch je höher wir kamen, umso schlechter wurde das Wetter. Was sich von unten noch als Nebel und Regen angedeutet hatte, wurde urplötzlich zu einem eiskalten Schneesturm. Innerhalb von wenigen Minuten waren die Berge mit einem weißen Schleier überzogen und die Temperatur auf etwa -6 Grad gefallen. Kälte und Feuchtigkeit sind wir Läufer ja gewohnt und vermutlich dachte deshalb keiner daran, dass es diesmal lebensgefährlich bzw. tödlich werden könnte. Es war der Wind, der den dünn bekleideten Läufern so zu schaffen machte. Normalerweise zieht sich das Blut bei einem Kälteeinbruch als automatischer Schutzmechanismus in die lebenswichtigen Organe zurück, doch bei einem Extremlauf versagt dieser Mechanismus, denn das Herz pumpt das Blut auch in die Arme und Beine, wo es dann noch mehr auskühlt. Selbst mit meiner etwas festeren Bekleidung blieb ich nicht ganz verschont, denn auf gefühlte -15 Grad war auch in nicht eingestellt. Trotzdem konnte ich das Ziel aus eigener Kraft erreichen und fing dort langsam an zu verstehen, dass es eine Katastrophe gegeben hatte. Viele Läufer hatten nur noch mit Hilfe der Bergwacht das Ziel erreicht, sie saßen in Wirlpools und waren außer Stande noch ihren Namen zu nennen. Wer versuchte eine warme Suppe zu essen, brauchte oft Hilfe, denn die erfrorenen Finger versagten ihren Dienst. Wie ich später hörte, verstarben zwei meiner Kollegen, erfahrene Läufer, die trotzdem zu leichtssinig gewesen sind. Mein Mitleid gilt ihnen und ihren Familien und ich hoffe, dass wir alle aus diesem Unglück lernen.

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Kommentare

  1. * Julia Bandes says:

    oh….ich freue mich für Dich, dass Du „heile“ angekommen bist. ein schlimmes unglück für alle läufer auf dieser welt. aber obwohl es schrecklich war….never stop running!

    | Antwort Verfasst 9 years, 1 month ago
  2. * der Hönower says:

    Schön, dass Du ohne Schaden aus der Sache rausgekommen bist. Ich hoffe sehr, dass dieser Lauf ohne die Journaille in Ruhe analysiert wird und dass die richtigen Schlussfolgerungen gezogen werden. Auf Seite des Veranstalters und auf Seiten der Aktiven.
    Mein tiefes Mitgefühl gilt den Verunglückten und ihren Angehörigen.
    Dir auch weiterhin viel Erfolg!

    Beste Grüße aus Hönow (bei Berlin)

    | Antwort Verfasst 9 years, 1 month ago
  3. * Dominik says:

    Ich nehme gelegentlich auch an diversen Volksläufen (10K, HM, Marathon und Ultra) teil….nicht wegen Streckenrekorden (bei Bergläufen ist das immer so ne Sache), sondern um es einfach mal mitgemacht zu haben.

    Bei jedem Lauf waren an den Streckenposten immer Mitarbeiter des DRK oder der Malteser, etc. vertreten, die im Falle des Falles die jeweilige Person „zwangsdisqualifiziert“ haben.

    Was ist da am Sonntag geschehen…gab es nicht alle….hmm…2,5K bis 3K irgendwelche Streckenposten?

    Wenn ja: Unterkühlung+ körperl. Anstrengung ist ne böse Kombi…..hätte man da nicht ggf. das Rennen stoppen sollen/müssen bzw. „Wackelkandidaten“ (T-Shirt und Knee-Tights bei Minusgraden) sofort aus dem Rennen nehmen sollen?!

    mfg,
    Dominik

    | Antwort Verfasst 9 years, 1 month ago
  4. * wortman says:

    um ehrlich zu sein, wundert es mich ebenso, dass dort gefährdete läufer nicht gestoppt wurden. kann mir nicht vorstellen, dass dieser lauf komplett ohne streckenposten war…

    | Antwort Verfasst 9 years, 1 month ago
  5. * wagner gerhard says:

    bin ein alter läuferhase,bin froh,daß ich mich nicht bei diesen berglauf beteiligt habe.
    diese zwei bedauernswerte läufer hätten nicht „erfrieren“müssen bei – 6° ,würde der gesetzgeber den zum teil doch laienhaften veranstaltern,echte fachkundige auflagen,geprüft durch eine kommission zwingend vorschreiben.lange laufhose,leibchen und windhaut,sowie dünne haube und handschuhe,denn auf einen 3tausend meterberg sind solche wetterumschwünge ja kein geheimniss!
    dieser narrenfreiheit von veranstaltern muß endlich ein riegel vorgeschoben werden,die denken an verdienstentgang und spekulieren mit dem glück,es wird schon gut gehen.doch daß schiksal das nicht muß,macht damit unverzüglich schlüß(eugen roth)
    also wache auf,verehrter gesetzesgeber!!!!!!!!

    wünscht gerhard wagner

    | Antwort Verfasst 9 years, 1 month ago
  6. * Tina Goebel says:

    Hallo,

    ich bin Journalistin und schreibe über den Zugspitzenlauf, bzw. die medizinischen Hintergründe.

    Würde gerne mit dir reden, aber man kann ja hier leider niemanden direkt kontaktieren,

    bitte um Nachricht unter tina.goebel@gmx.at

    Wäre schon dringend.

    Danke und LG

    Tina Goebel

    | Antwort Verfasst 9 years, 1 month ago
  7. * ALMASSIV says:

    ach komm geh doch sterben wayne juckts ihr mit euer kinderscheiße ich mach viel härtere sachen wie auf die zuspitze zu gammel

    ich geh zumbeispiel kacken und drink nur harte sachen wie Sprite und Mezzomix! sogar cola…oha man nimmt euch in acht vohr mir

    | Antwort Verfasst 8 years, 1 month ago


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